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Falls sich einer von uns genötigt sieht, seine Meinung zu diversen Themen rund um das Haupthema Wein abzugeben, werdet ihr es hier lesen können.

 

Diese Meinung ist dann eine rein persönliche, die jeder bewerten kann wie er will. Sie wurde weder auf Vollständigkeit noch auf Richtigkeit überprüft und ist rein subjektiv.

 

 

Januar 2010 (von Klaus)

 

Wie sinnvoll ist eine Vergabe von Punkten und die Bewertung von Wein ?

 

Diese Frage wird ja oft gestellt, und jeder wird sie für sich beantworten und zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Beim Austausch von Weinberwertungen und Punkten unter Menschen, die sich kennen, die ihre Vorlieben beim Thema Wein kennen und schon viele Weine miteinander bewertet haben, finde ich die Vergabe von Punkten durchaus passend.

Wie Aussagekräftig sind aber Punkte (Sterne, Gläser, Tassen, etc.) von Menschen, deren Vorlieben ich nicht kenne, bzw. die ich nur vermute ?

Für mich haben diese so gut wie keine Aussagekraft.

 

In aktuellen Diskussionen (z.B. taw) geht es jetzt auch noch um die Umrechnung der Punkte verschiedener Systeme (20er, 100er) untereinander. Jetzt wird es extrem schwierig, da ja schon von 20er zu 20er oder 100er zu 100er die Bewertungen extrem variieren.

Der eine rechnet sein 17 von 20 zu 86 von 100 um, der andere zu 91 von 100. Was sagt mir also, wenn ich lese:

Der Wein x hat 91 von 100 Punkten ?

Gar nichts, ich weiß nur, das der Wein gut ist (zwischen gut und gut ist natürlich auch eine weite Spanne  )

Am Beginn meiner Weinleidenschaft vor elf, zwölf Jahren, habe ich meine Weine in Schulnotenkategorien aufgeteilt, da ich weder nach einem 20er, noch nach einem 100er System bewerten konnte. Sicher ist auch eine 3 für jeden unterschiedlich zu sehen, der eine ist am jammern, das es keine 2 ist, der andere ist froh, dass es endlich mal keine 4 ist .

Trotzdem ist diese Aufteilung leichter nachvollziehbar, denn wenn jemand eine 1 für einen Wein gibt, kann ich schon davon ausgehen, dass er sehr gut schmeckt (mehr brauche ich auch nicht, den Rest muss ich sowieso selbst testen).

 

Ich tendiere nach Jahren der Weinbewertung in einem 20er System (und dann bei Bedarf der Umrechnung in ein 100er) wieder auf einen "Rückschritt" und überlege mir ernsthaft, wieder nach Schulnotensystem zu bewerten (inlc. einer Beschreibung meiner Wahrnehmungen).

Die Noten könnten bei Bedarf dann ohnen das Einbeziehen des Preises dargestellt werden, oder mit Angabe des empfundenen PGV (Preis - Genuss - Verhältniss).

 

Mal sehen, vielleicht gibt es die Punktevergabe bei mir bald nicht mehr (Aussnahme vielleicht doch die Bayerntalks  ).

 

 

 

März 2010 (von Klaus)

 

Nebbiolo, eine Leidenschaft

 

Als mein Weingenuss  Mitte der 90er über die Hausweine des Italieners und Griechen und der Chiantis und Montepulcianos aus dem Supermarkt hinaus ging, begann meine Leidenschaft für Wein. Ich ließ mich zum trinken "teurerer" Weine hinreissen (damals war ein Wein für 20,- Mark sehr teuer ) und probierte alles was ich konnte.

 

Meine Weinleidenschaft begann in Italien, wo ich erst im Veneto, dann verstärkt in der Toskana und dann in Sizilien viele Weine fand, die mir richtig gut schmeckten. Nur das Piemont und hauptsächlich Nebbiolo sagten mir nicht so zu. Ich fand viele dieser Nebbiolo einfach nur hart und einige auch nur dünn.

Über die modernen Supertoskaner ging es dann nach Spanien wo ich aus der Rioja, Ribera del Douero und verstärkt im Priorat Weine fand, die mich überzeugten.

Nach Empfehlungen von Freunden und einigen Weinproben ging es dann auch nach Frankreich, dass bis dato bei mir nicht vorkam. Über Weine aus dem Languedoc, dem Rousillion ging es an die Rhone. Auch aus Bordeaux konnte ich einige gereifte Weine trinken, die mir sehr gut schmeckten, mit denen ich mich aber wg. der Verfügbarkeit und der aktuellen Preissituation nicht weiter beschäftigte.

 

Zwischendurch kam mir aber immer wieder mal die ein oder andere Flasche Nebbiolo d`Alba, Barolo oder Barbaresco unter. Auch vor ein paar Jahren noch, gab es immer wieder Weine, die mich nicht überzeugten, aber irgendwie fazinierten sie mich. Sie hatten einfach was, waren nie langweilig.

Vor ungefähr drei jahren wurden es immer mehr Nebbiolo, die ich probierte und die mir schmeckten, sie faszinierten mich immer mehr. Sie waren nie gleich, passten so oft zum Essen und wurden immer interessanter.

 

Mittlerweile passiert es mir (leider) immer öfter, dass ich in den Keller gehe und einen meiner Toskaner, Amarone, Prioratos oder Roussilion hole, ihn probiere, beim ersten Schluck für gut befinde und die Flasche dann zum Essen auf den Tisch stelle. Irgendwie passt es dann aber nicht, der Wein harmoniert nicht so mit dem Essen, er ist auch nicht "trinkig". Nach dem Essen fehlen nur zwei Gläser, was meiner Leber sicher gut tut, aber wenig Spaß macht.

 

Ist das nur eine Phase bei mir ?

 

Immer mehr fühle ich mich zum Nebbiolo hingezogen, vergleiche Barolo und Barbaresco, versuche die Unterschiede zwischen Canubi und Sarmassa, zwischen Asili und Rabaja zu erkunden und finde die Nebbiolos aus dem Nordpiemont immer reizvoller. Die Ghemme von Cantalupo, die Gattinara von Antoniolo werden immer spannender und nie langweilig.

 

Die Leidenschaft für den Nebbiolo ist voll entbrannt

 

Gott sei dank, habe ich zwischendurch immer auch wieder Lust auf "fettere, modernere" Weine, sonst hätte ich ein großes Problem mit meinem Weinbestand und müsste zum ebay "hard seller" werden

 

Einen großen Wunsch und lange gehegten Plan, erfülle ich mir mit Christian und Massimiliano schon nächsten Monat:

 

Eine kleine Reise ins Piemont und den Besuch von zwei, drei Winzern.

 

Ich befürchte, dass damit meine Leidenschaft für den Nebbiolo noch weiter entflammt und wenig Platz für andere Weine lassen wird.

 

Klaus

 

P.S. Ganz so wird es vermutlich nicht kommen, denn das Burgund beginnt mich zu interessieren, Vernatsch und Lagrein aus Südtirol haben ihren Reiz, Weine vom Ätna find ich zur Zeit sehr spannend, es gibt viele schöne Chianti Classicos und  einige Brunello machen mehr als Spaß, aus Apulien ist der ein oder andere Wein sehr gut, die Rioja hat einiges an klassischen Weinen zu bieten, das Priorat kann nicht nur schokoladig und fett, Südfrankreich und seine Garriguenoten passen immer wieder mal, aus Australien, Kalifornien und Südafrika probiere ich immer wieder mal sehr gute Weine und das Thema Bordeaux wir auch nicht für immer so klein bleiben.

Ach ja, von Weißweinen, die immer mehr Einzug in meinen Keller halten, habe ich noch gar nicht gesprochen

 

Also, dann sag ich es abschließend anders:

 

Nebbiolo, die größte Leidenschaft in der Leidenschaft Wein