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Piemont - kleine kulinarische Reise (Februar 2010)

 

 

Beim TAW Bayerntalk in Mühldorf war das Thema Piemont. Hier meine (Klaus) Notizen:

 

 

2008 Roero Arneis, Bruno Giacosa

Große Vergleichsmöglichkeiten mit anderen Arneis habe ich nicht, so dass ich nur sagen kann, dass ich einen angenehmen, fruchtigen, eher milden Weißwein im Glas hatte, der mir sehr gut geschmeckt hat.

16,1 / 88 Punkte

2007 Gavi "Bruno Broglia", Broglia

Auch dieser schmeckte mir gut, war etwas spritziger, etwas leichter und blumiger, aber Vergleiche mit anderen Gavi habe ich ebenfalls nicht.

15,7 / 87 Punkte


Die roten Flight begannen mit dem Dolcetto:

2006 Dolcetto d`Alba, Massolino

Ein klassicher Dolcetto, der etwas vanillig war, nach Brom- und Heidelbeeren roch. Ein robuster Dolcetto mit mittlerem Körper, spürbaren Tanninen und einem mittleren Abgang. Typisch, einfach, zum essen passend.

14,7 / 84 Punkte

2006 Dolcetto d`Alba, Gianni Voerzio

Dieser Dolcetto war etwas fülliger und rauchiger, aber auch etwas härter. Eher ein Wein, der etwas gelagert werden sollte, aber dafür brauche ich keinen Dolcetto. Mit 14,- € dann deutlich zu hoch bepreist.

15,4 / 86 Punkte

Kaufen würde ich mir keinen dieser beiden Roten, da ich diesen Stil in vielen Regionen günstiger bekommen würde (wenn ich denn wollte )


Und weiter geht es mit den Barbera:

2000 Bricco dell Uccelone, Braida

Ein sehr (zu) reifer Wein, den ich nicht als Barbera indentifiziert hätte. Wenn ich ihn bepunkten muss, gebe ich 15,5 / 87 Punkte.

Für mich ein entweder fehlerhafter Bricco oder es ist Luft in die Flasche gekommen und ist weit schneller als normal gereift. Der Wein wurde erst vor kurzem gekauft und ich weiß nicht, wie er gelagert wurde.

So haben die Bricco die ich kenne jedenfalls nicht geschmeckt, absolut entäuschend.

2006 Barbera d`Asti "La Crena", Vietti


In der Nase Amarenakirsche, Marzipan, schwarze Beeren, kräftig.
Am Gaumen dann Vollmilchschokolade, dunkle Beeren, ein mächtiger Körper, angenehme Säure und auch Kräuterwürze.

Ein langer Abgang passt zu dem sehr modernen, mächtigen Barbera, der auch ins Priorat passen würde. Ein Wein, der mir sehr gut geschmeckt hat, den ich aber dann aber nicht unbedingt als Barbera brauche, sondern auch günstiger im Priorat oder Roussillon kaufen kann.

17 / 91 Punkte



Weiter mit den Nebbiolo Vertretern:


2004 Nebbiolo "Ungsteiner Kobnert", Brenneis-Koch, Pfalz

War als Pirat gedacht, auf den ich seht gespannt war. Korkte leider.


1989 Collis Breclemae, Antichi Vigneti di Cantalupo

In der Nase warme Frucht, rote Beeren, etwas Stall, Leder, angenehm.
Am Gaumen rote Beeren, spürbares Tannin, eine schöne, kräftige Nebbiolo Säure, frisch nach Kirsche, durchaus vielschichtig mit einem mittleren Körper.

Ein Wein mit langem Abgang, der voll auf der Höhe der Zeit war und auch noch einige Jahre dort bleiben wird. Ein sehr schöner, für mich regions- und sortentypischer Wein, der mir noch besser schmeckt, als die Punkte aussagen.

16,8 / 91 Punkte


1999 Barbaresco "Rabaja", Bruno Rocca

In der Nase nach roten Beeren, Kirsche und auch leicht süßlich. Am Gaumen adstringierendes Tannin, kräftige Säure, Kirsche, Holztöne, ein kräftiger Körper und ein langer Abgang.

Ein moderner Barbaresco, der mir gut gefiel, aber noch zu jung war.

17 / 91 Punkte


1998 Barbaresco "Asili", Bruno Giacosa

In der Nase sehr frisch, hellrote Beeren, Himbeere, Schwarztee und auch leicht balsamische Noten.

Am Gaumen dann ein voller Körper, eine passende Nebbiolo Säure, präsente Tannine, viel Extrakt und blumige, rotbeerige Frucht.

Ein klassicher, zu junger, traditioneller Nebbiolo wie ich sie schätze.

17,6 / 93 Punkte


1995 Barolo Riserva "Vigna Rionda", Massolino

In der Nase sehr reif, angenehm nach hellen, roten Beeren. Am Gaumen ebenfalls reif, rotbeerig, mit präsentem Tannin und entsprechender Säure. Ein sehr milder Barolo, klassischem Typs, der auch noch besser werden kann. Gefällt mir sehr gut.

17,2 / 92 Punkte


1995 Barolo "Parafada", Domenico Clerico

Ein schon in der Nase deutlich modernerer Typ, der etwas balsamisch und leicht süß riecht. Am Gaumen ein wuchtiger Körper, leicht Holz, viel Säure, viel Tannin, viel Extrakt, ein dunkler Geselle mit langem Abgang.

Trotz des moderneren Stil einen Tick besser bewertet als den Massolino.

17,6 / 93 Punkte


Entäuscht hat mich keiner der Nebbiolos, was man zu diesen Preisen kauft, ist wieder ein anderes Thema.

 

Insgesamt muss ich sagen, dass ich Nebbiolo sehr gerne mag und dem Piemont treu bleiben werde.

Die modernen Barbera gefallen mir ebenfalls gut, wobei das mit der regionstypizität so einen Sache ist. Dolcetto werden wohl eher wenige einzug in meinen Keller halten.