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Weinprobe Languedoc / Roussillon

 

 Am 13.11.2010 hatten wir im Zuge eines Bayerntalks folgende Weine probiert (die VKN sind von Klaus):

 

 

1) Mas Julien Blanc 2001, Oliver Julien

In der Nase für mich klar Kork und wird dadurch dann nicht bewertet.

Am Gaumen erkannte man schon einen fruchtigen Wein mit eher milder Säure, aber auch Bittertöne und brandige Noten, für die für mich eben der Kork Ton verantwortlich war. Die meisten Mit Trinker, waren nicht sicher, ob es Kork war, und bewerteten den Wein auch. Für mich war der Kork klar und eine Bewertung dann nicht fair.



2) Clos de`l Orri blanc 2002, Domain del Orri

In der Nase nicht sehr intensiv und zitrusfruchtig. Am Gaumen dann Grapefruit, Zitrusfrüchte, insgesamt sehr fruchtig, eine präsente (Zitrus)Säure, ein ordentlicher Körper mit mittlerem Abgang. Insgesamt ein nicht besonders vielschichtiger Wein, der gut war, aber für den Preis (20,- €) ein no go.

Die VKN des Händlers sieht natürlich etwas anders aus und ich hoffe, dass er meine VKN niemals liest

14,8 / 84 Punkte / guter Wein



Weiter ging es mit den Rotweinen:

3) Roc d`Anglade 2004, Remy Pedreno

Die Nase sehr würzig und intensiv pfeffrig. Am Gaumen Cassis und Kirsche, eher kühl und dunkelwürzig, ein mittlerer Körper, zurückhaltende Säure, eine gute Struktur, nicht fett und mit feinem Tannin. Der Wein endet lang und gefällt mir gut.

16,6 / 90 Punkte / sehr guter Wein



4) Clos de la Belle 2004, Remy Pedreno

In der Nase leicht Leder, würzig und kühl. Am Gaumen dann fruchtig, auch würzig, gut strukturiert, dunkel, nicht fett mit einem kräftigen Körper und einer stützenden Säure. Der Wein hat noch präsentes Tannin, für mich noch gut Potential und endet lang.

17,2 / 92 / sehr guter Wein



5) CdR Vielles Vignes 2003, Gardies

In der Nase Amarenakirsche, eingelegte Früchte, sehr angenehm. Am Gaumen präsentes aber feines Tannin, ein strammer Körper, Espresso, Schokolade und eine passende, spürbare Säure. Ein angenehmer, trinkiger Wein mit langem Abgang.

17,3 / 92 / sehr guter Wein



6) CdR Viellies Vignes 2003, Gauby 2003

In der Nase würzig, pfeffrig und sehr intensiv. Am Gaumen ätherische Noten, Eukalyptus, würzig, kühl und dunkelfruchtig. Ein mittlerer Körper, spürbares Tannin und ein langer Abgang. Wirkt für mich noch sehr jung.

17,0 / 91 / sehr guter Wein



7) Grange des Peres 2003, Domain Grange des Peres

In der Nase Stall, Leder, würzig und intensiv. Am Gaumen kühl, dunkel, Rumtopf, Syrahwürze, dunkle Schokolade, passende spürbare Säure, ein wuchtiger Körper, kräftiges Tannin und ein langer Abgang.

17,2 / 92 / sehr guter Wein



8) CdR Muntada 2003, Gauby

In der Nase viel Cassis, kühl und würzig. Am Gaumen ebenfalls Cassis und Kirsche, sehr fruchtbetont, ein voller Körper, gut integriertes Tannin, nicht überaus vielschichtig und mit einer extremen, fass aggressiven Säure. Der Abgang war lang, aber der Wein einfach nicht trinkig. Natürlich zu jung, aber diese Säure hatte was extremes, was unpassendes an sich (ich bin als Sangiovese und Nebbiolo Trinker nicht unbedingt empfindlich, was Säure betrifft). Ein unharmonischer Wein, der einerseits schon zeigt, dass er was großes "sein soll", es aber nicht wirklich preis gibt.

16,7 / 90 / sehr guter Wein

Wenn ich den Preis mit einbeziehe, nicht nur ein no go, sondern fast... (ich sage es lieber nicht, sonst werde ich noch verklagt )



9) Le Blues 2001, Mosse

In der Nase Mandel, Vollmilchschokolade und sehr angenehm. Am Gaumen Kirsche, Vollmilchschokolade, rund, ausgewogen, Plätzchen, ein voller Körper, eine milde Säure und ein langer Abgang. Ein Wein auf dem Höhepunkt der sehr trinkig ist. Nicht der würzige, sondern der "samtige" Typ.

17,2 / 93 / sehr guter Wein



10) Le Blues 2005, Mosse

In der Nase Rumtopf, Espresso, Kirsche und sehr frisch. Am Gaumen rund, vollmundig, Schokolade, Espresso, weiches, samtenes Tannin, eine stützende passende Säure, ein voller Körper und ein langer Abgang. Er ist erkennbar jünger als der Vorgänger, präsenter und fordernder, ist aber trotzdem schon enorm trinkig.

17,9 / 94 / ausgezeichneter Wein



Bei diesem Flight, den eigentlich alle erkannten (wir wussten ja nicht, wann was kommt) musste ich wieder feststellen, dass ich solch molligen, weichen Weine auch sehr gerne mag. Roussillon passt gut, ich hätte sie aber genau so ins Priorat gesteckt.



11) La Tour Ville (genaue Bezeichnung folgt)

In der Nase extrem reif, Leder, Pilze und Waldboden. Am Gaumen rund, mit kleinem Körper, wenig Säure, mildes Tannin, ausgewogen, aber sehr vordergründig und langweilig, der Abgang war kurz. Hat für mich seinen Höhepunkt deutlich überschritten.

15,0 / 85 / guter Wein



12) Cuvee Sylla 1998, Borie de Maurel

In der Nase stallig, dunkel und intensiv. Am Gaumen vielschichtig, spürbares aber gut eingebundenes Tannin, milde aber passende Säure, Herbstlaub, Waldboden, ein mittlerer Körper und ein mittlerer Abgang. In der Nase sehr interessant, am Gaumen ordentlich aber nicht mehr.

16,8 / 90 / sehr guter Wein



Als Abschluss des Themas gab es einen interessanten, sehr guten Vin Doux naturel

Maury 1990, Domaine de la Coume du Roy

Notizen habe ich hier keine mehr gemacht, hat mir gut geschmeckt, sicher eine Offenbarung zum Roquefort, aber das Öffnen einer solchen Flasche würde sich bei mir zuhause nicht rentieren.

Als Fazit möchte ich folgendes für mich ziehen:

Ich finde viele Weine aus der Syrah Traube, die mir gut schmecken, sicher auch ein paar, die mich begeistern. Zu meinen Lieblingssorten zählt Syrah aber sicher nicht. Die kühle, würzige Art hat zwar was, aber begeistern können mich wahrscheinlich nur sehr wenige.

Die beiden Blues, die eine deutlich andere Stilistik haben, waren mir bei weitem am liebsten, auch wenn der ein oder andere natürlich jetzt sagt, dass ich die Syrah nicht verstehe und auf Vordergründige Schmeichler stehe . Da meine Lieblingsrebsorte Nebbiolo aber nicht zwingend vordergründige Schmeichler ergibt , wird mich wohl irgendwas an der Syrah noch nicht erreicht haben


Sieger des Abends: Le Blues 2005, Mosse

Entäuschung des Abends: Muntada 2003, Gauby