Trentino / Veneto 2009
Im April 2009 machten wir uns (Christian, Massimiliano und Klaus) auf einen kleinen Kurztripp Richtung Norditalien auf. Unser Ziel war der Besuch von ein paar Weingütern und ein paar genussvolle Abendstunden bei einigen guten Flaschen Wein und ebensolchem Essen.
Wir brachen Vormittag auf und unterbrachen unsere Fahrt einmal zum Tanken vor der italienischen Grenze am Brenner und ein mal auf einen kleinen Snack und einen Caffe beim "Autogrill" Höhe Sterzing.
Am frühen Nachmittag hatten wir einen Termin bei Elisabetha Foradori bekommen. Eine kompetente Mitarbeiterin führte uns durch den Weinkeller und das Gut. Der Vorteil mit Massimiliano einen Italiener dabei zu haben, zeigte sich schon hier, da wir alle Detailinformationen auch übersetzt bekamen. Mit Elisabetha Foradori, die hervorragend deutsch spricht, durften wir dann die aktuellen Jahrgänge und Fassmuster des weißen Myrto, sowie des Teroldego und des Granato verkosten.
Wir saßen fast zwei Stunden im modernen Probierraum, bevor wir ebenso freundlich verabschiedet wie vorher empfangen wurden. Ein schönes Weingut, mit hervorragenden Weinen und einer äußerst sympatischen Winzerin.
Danach ging es weiter Richtung Süden. Wir kamen gegen 18.00 Uhr an einer kleinen Frühstückspension im Hinterland von Verona an, wo wir übernachteten. Nach einigem Suchen eines Restaurants in der Nähe (wir wollten ja etwas alkoholisches trinken und dier erste erreichte Osteria war übervoll) haben wir uns ordentlich gestärkt und einen Weißen aus dem Lugana Gebiet, einen Valpolicella und dann auch noch einen Roten aus der Toskana, verabschiedeten wir uns mit einem Bier und einem Grappa in die Federn.
Am nächsten Vormittag waren wir im Weingut Corte Sant`Alda von Marinella Camerani angemeldet. Die kleine, quirlige Winzerin war gerade damit beschäftigt, einer Gruppe von Besuchern aus Osteuropa die Weine zu erklären und sie zum verkosten anzubieten. Unser ausgebildeter Sommelier Massimiliano wurde gleich eingespannt um beim einschenken der Probeschlucke behilflich zu sein.
Als die Gruppe wieder abfuhr, hatte Fr. Camerani für uns Schinken, Salamie und Käse, sowie Brot bereitgestellt und wir machten von dem freundlichen Angebot auch gerne gebrauch. Die Weine, die wir dazu verkosteten verlangten auch nach etwas "Beilage". Ein ordentlicher Soave und ein ebensolcher Valpolicella waren die Vorhut, vor dem Valpolicella Mithas, den Amarone und den Amarone Mithas, die uns einiges abverlangten. Alle drei alkoholreiche, aber auch höchst komplexe und vielschichtige, sehr gute Weine. Besonders die Fassprobe das Amarone Mithas was beindruckend.
Danach brauchten wir etwas Frischluft und Fr. Camerani führte uns durch ihren Keller und die biodynamisch gepflegten Rebzeilen. Auch hier war unser "Übersetzer" wieder von großem Vorteil.
Auch hier wurden wir freundlich verabschiedet und machten uns auf den Weg über die A 22 Richtung Trentino.
Da wir bei Corte Sant ´Alda ausreichend verpflegt worden waren, ging es ohne Zwischenstopp bis auf halbe Höhe des Gardasees, wo wir die Autobahn in Richtung des Weingutes San Leonardo wieder verlassen haben.
Dort angekommen wurden wir von einem Mitarbeiter empfangen, der uns zu unserer Überraschung mitteilte, dass sich der Marchese Guerrieri Gonzaga gleich Zeit für uns nehmen würde.
Der Marchese bittete uns in einem knallgelben Auto Platz zu nehmen und fuhr dann mit uns los. Es ging an gepflegten Gärten, an den Cabernet- und Merlotrebanlagen vorbei, um das herrschaftliche Haus herum und durch die eingezäunten, naturgeschützen Wälder wieder zurück zum Hauptgebäude.
Dort durften wir dann die Sammlung alter, bestens restaurierter Traktoren, die hauseigene historische Kapelle und das Museum der Famile und der Umgebung besichtigen.
Richtig interessant wurde es natürlich beim Gang in den Weinkeller. Über eine alte Treppe ging es in einen kleinen Keller, der mit alten Jahrgängen der San Leonardo Weine, aber auch mit vielen Weinen der großen italienischen und französichen Namen (Gaja, Sassicaia, Masseto, Lafite Rotschild, Margeaux, usw) gefüllt war.
Wie durch Geisterhand öffnete sich dann eine mit diesen Flaschen gefüllte Regalwand und gab den Weg zu einem großen Gewölbekeller voller Barriques frei. Fasziniert fuhren wird dann mit dem Lift wieder nach oben.
Danach wurden wir gebeten, es uns im Garten gemütlich zu machen um die aktuellen Jahrgänge des Villa Gresti und des San Leonardo zu probieren. Es ergab sich ein interessantes Gespräch mit einer bunten Mischung aus italienisch, englisch und etwas deutsch, so dass wir gebeten wurden, noch etwas Käse, Schinken und einen älteren Jahrgang des San Leonardo zu probieren.
Auch der kleine Hund des Marchese, ich glaube er hier passend "Barrique", machte es sich neben mir bequem, da ich ihn heimlich an dem Genuss des San Daniele Schinkens Teil haben ließ.
Zufrieden, glücklich und fasziniert von diesem gepflegten Weingut und seinen Weinen machten wir uns Spätnachmittag dann auf den Weg Richtung Lago di Garda.
In Riva del Garda hatten wir Zimmer in einer kleinen Pension reserviert um unsere letzte Nacht dort zu verbringen. Natürlich ging es vorher noch in eine Trattoria weiter weg vom See um gut zu Essen. Die Weinauswahl war hier nicht so groß, aber da wir heute ja genügend erstklassigen Wein probiert hatten, tranken wir einen ordentlichen "Vino rosso della casa" und fielen nach dem obligatorischen Nachtisch (Caffe, Grappa, Bier) müde in unsere Betten.
Nach einem reichhaltigen Frühstück machten wir uns wieder auf Richtung Heimat, wohl wissend, dass wir diesen Ausflug nie vergessen werden.
Auf der Heimfahrt machte Massimiliano noch die Bemerkung, dass wir doch jetzt jedes Jahr so eine kleine "Weinreise" unternehmen sollten. Ohne einen Wiederspruch von Christian oder mir zu erhalten, ging es weiter Richtung Bayern.
Die angesprochene nächste Weinreise gibt es jetzt tatsächlich; sie startet im April 2010 und führt uns ins Piemont.